CHANGES & WHAT I’VE LEARNED ABOUT VEGANISM

Hallo, ihr Lieben.

Vielleicht habt ihr gemerkt, dass es auf meinem Blog relativ still geworden ist. Das liegt nicht daran, dass ich keinen Spaß mehr an Mode und den üblichen Themen habe. Im Gegenteil. Ich habe mich einfach verändert. Und meine Liebe zur Mode hat sich verändert. Zunächst ein kleines Life-Update, damit ihr alles nachvollziehen könnt:

Ich habe mich aufgrund einiger gesundheitlicher Probleme innerhalb meiner Familie letztes Jahr im November dazu entschieden, mich vegan zu ernähren. Warum? Weil eine AUSGEWOGENE, vegane Ernährung viele Health-Benefits mit sich bringen kann: Das Risiko für Diabetes, Herzerkrankungen und Übergewicht kann sinken. Und das sind nur einige Vorteile, die diese Ernährungsweise für mich mit sich bringt. Denn ein großer Beweggrund war für mich auch eine ethische Zwickmühle. Ich bin seit 5 Jahren Vegetarierin und dass man Tiere als Nahrungsmittel nutzt, ist für mich seit Sekunde 1 dieser Entscheidung keine Option mehr. Ich habe mich immer weiter mit Ernährung auseinandergesetzt und habe nach 5 Jahren gemerkt, dass es für mich eigentlich keinen Unterschied macht, ob ich Tiere esse oder die Nebenprodukte dieser Lebewesen nutze. Denn die Tiere werden nicht artgerecht gehalten und mir ist es wie Schuppen von den Augen gefallen: Ich kann nicht weiter „nur“ vegetarisch essen, denn das passt nicht zu meinen Prinzipien und zu meiner Ethik.

Kurzer Disclaimer: dieser Blogbeitrag soll nicht die Missstände in der Fleischindustrie beleuchten, es geht vielmehr darum, meine Entscheidungen nachvollziehen zu können. Denn ich bin einfach der Meinung, dass man diese Industrie nicht unterstützen sollte. Tiere werden ausgebeutet. Wenn es Dich interessiert, was wirklich dahinter steckt, gibt es eine Vielzahl von seriösen Quellen, um sich zu informieren. Ich kann Dir vor allem „Cowspiracy“ und „Earthlings“ empfehlen.

Ich bin mit der Entscheidung, eine vegane Ernährung zu verfolgen, nun seit 10 Monaten überglücklich und fühle mich besser denn je. Denn kochen macht mir wieder Spaß: Es ist eine Herausforderung, ich probiere neue Dinge und ich ernähre mich viel gesünder und bunter. Was der Veganismus mich auch gelehrt hat: Dass er Hand in Hand mit Nachhaltigkeit zu verbinden ist. Denn eine vegane Lebensweise ist der erste und leichteste Schritt, nachhaltiger zu leben. Bernd Ulrich, der stellvertretende Chefredakteur der ZEIT hat diese Ansicht wunderschön verschriftlicht:

Der Veganismus gehört zu den großartigsten, schönsten und sanftesten Entdeckungen der Menschheit, denn er bietet die Möglichkeit, zu leben, ohne Tiere zu töten oder zu quälen, er befreit vom Zwang, zu leugnen und zu verdrängen, er tut niemandem etwas zuleide und setzt mit alledem gewaltige Energien frei. Und nebenbei gesagt: Leichter und billiger lässt sich der Planet kaum retten.

Und genau das habe ich in den letzten 10 Monaten gelernt: Dass Veganismus vom Zwang befreit.
Ich habe in den letzten 10 Monaten tolle Menschen kennengelernt – online und offline – die eine wundervolle, sanfte und schonenden Lebensweise verbindet und ich bin unfassbar stolz, Teil dieser Bewegung zu sein. Ich habe aber auch gelernt, dass man nicht Verständnis von jeder Seite erwarten darf. Und hier beginnt mein Unverständnis – wieso wettern so viele Menschen gegen Veganismus? Dass es ungesund sei? Dass Veganer alle gleich sind? Dass es nur ein Trend sei?
Ja – Veganismus ist ein Trend. Was ist daran verkehrt? Dass viele Menschen dem Veganismus nun folgen, um die Welt ein klein wenig besser zu machen? Ich habe das Gefühl, dass viele Menschen sich bedroht fühlen. Von einer neuen Ernährungsweise, Lebensweise, Einstellung. Wie auch immer man es betiteln mag. Ich kann verstehen, dass es nicht für jeden gemacht ist. Dass nicht jeder auf seine geliebten Nahrungsmittel verzichten mag. Ich kann es wirklich verstehen. Und ich verstehe auch, dass es penetrante und eingefahrene Veganer gibt, die einem ständig den Spiegel vorhalten wollten. Aber so ist nicht jeder. Es geht vielmehr darum, Leute zu inspirieren, dass es andere Wege und andere Möglichkeiten gibt. Es gibt nicht schwarz und weiß. Es wird Zeit, dass dies im Sinne dieser Debatte verstanden wird. Da ist kein schwarz und kein weiß, kein richtig und kein falsch. Was aber für mich klar ist: Für ein glückliches, gesundes und ja, auch ein leckeres Leben voller Genuss, sind keine tierischen Produkte notwendig. Um aber nun zum eigentlichen Knackpunkt zu kommen: Mir fällt es schwierig, dies mit meinem alten Leben zu verbinden. Denn ich habe viel konsumiert: Auch Kleidung aus Wolle und Leder.

Und hier musste ich erstmal lernen, dass 100% nicht immer möglich sind. Nicht sofort. Ich musste lernen, mir Fehler zu verzeihen. Sei es in der Ernährung oder in der Lebensweise. Und genau deshalb ist es auf dem Blog auch recht still geworden. Ich wusste nicht mehr, was ich hier kommunizieren möchte. Ich möchte nicht einfach nur leere Produktempfehlungen der Fast Fashion Welt weitergeben und den Konsum ankurbeln. Denn das ist nicht mehr der Inhalt meines Lebens. Mit dem Abschluss meines Studiums und des letzten Semesters ist mir immer mehr bewusst geworden, dass gerade diese Industrie im Sinne der Nachhaltigkeit und des Veganismus mehr tun muss. Und auch wenn man als einzelne Person oftmals nicht das Gefühl hat, dass man was verändert: Du veränderst etwas. Du zählst.
Als ich das verstanden habe, kam meine Lust zurück, zu bloggen und zu schreiben. Ich möchte, dass Leute verstehen, wieso ich so lebe. Wie meine Einstellung ist. Und wenn mich Leute fragen, wieso ich denn hier und dort noch eine Lederhandtasche oder Lederschuhe trage, muss ich durchatmen und mir bewusst machen, dass 100% nicht sofort möglich sind. Natürlich werfe ich nicht alles weg oder lass es im Schrank verstauben, nur weil es sich um tierische Produkte handelt. Es geht vielmehr darum, nach und nach auf diese Optionen zu verzichten und für mich ist es der Kompromiss, zum Beispiel nicht neue Leder- und Wollprodukte nachzukaufen oder auf Second Hand zurückzugreifen. Die Alternativen auf dem Markt sind leider noch begrenzt und von der Qualität her ausbaufähig aber es gibt inzwischen ein unfassbar gutes Second Hand Angebot, um wieder auf Nachhaltigkeit zurückzukommen. Jeder muss für SICH SELBST entscheiden, wie er den Planeten schonen möchte und kann. Aber ich hoffe, dass ich mit diesem Beitrag einfach erläutern konnte, was mir die vegane Ernährung über 10 Monate gezeigt hat und dass dieser Beitrag vielleicht sogar zum Nachdenken angeregt hat. Denn wie gesagt, es geht nicht um 100% – es geht darum, nachzuhelfen, wo man nur kann. Ohne dass man dabei seine Lebensqualität auf ein Minimum runterschraubt. Und das ist die Aufgabe von uns allen. Denn wir haben nur diesen einen Planeten.
Um den Beitrag abzuschließen: Was ich mir häufig vor Augen rufe, wenn ich darüber nachdenke, wie ich leben will, ist folgender Spruch von Grace Hopper:

The most dangerous phrase in the language is, „We’ve always done it this way.“

In der Zukunft wird es also häufiger Beiträge zu diesem Thema geben und ich hoffe, dass ihr da auch Lust drauf habt. Denn ich bin sehr motiviert, im Sinne dieses Fashionblogs wieder über Mode zu berichten. Nur mit einem anderen Blickwinkel und einer neuen Einstellung zu dem Thema.

Danke für’s Lesen,

Laura Milena <3

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